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Bei Wälz- und Kugellagern werden häufig chromhaltige Edelstähle eingesetzt, die magnetische Eigenschaften besitzen.
Die Kugeln (Wälzkörper) und Laufbahnen bestehen meist aus einem hochchromhaltigen Stahl, der speziell dafür entwickelt wurde, sehr hart und verschleißfest zu sein.
Durch den Chromanteil und die spezielle Gefügestruktur wird das Material magnetisierbar.
Ein Magnet „schlägt“ daher am Lager an, obwohl es sich um Edelstahl handelt.
Der Chromanteil im Lagerstahl ist notwendig, um:
✔ die Kugeln und Laufbahnen härten zu können
✔ eine hohe Verschleißfestigkeit zu erreichen
✔ die Tragfähigkeit und Lebensdauer zu sichern
✔ eine gewisse Korrosionsbeständigkeit zu bieten
Ohne diesen Chromanteil wäre das Wälzkörpermaterial zu weich und würde sich unter Belastung schnell abnutzen oder verformen.
Es gibt auch nicht-magnetische Edelstähle (z. B. austenitische Stähle). Diese sind jedoch:
deutlich weicher
weniger verschleißfest
für Wälzlager meist ungeeignet
Deshalb werden sie im Lagerbau nur selten eingesetzt.
Dass ein Edelstahllager magnetisch ist, ist kein Qualitätsmangel, sondern eine Folge der verwendeten hochchromhaltigen, härtbaren Stähle. Diese sorgen für die notwendige Härte und Lebensdauer der Kugeln und Laufbahnen.
Ein Wälzlager besteht in der Regel aus zwei Ringen (Innenring und Außenring) sowie einem Kranz aus Rollkörpern, die auf den Laufbahnen abrollen. Dadurch wird Reibung reduziert und eine gleichmäßige Drehbewegung ermöglicht.
Die Rollkörper werden meist durch einen Käfig geführt, der sie auf Abstand hält und gegenseitige Berührung verhindert.
Je nach Bauart werden unterschiedliche Rollkörper eingesetzt:
Kugeln → für hohe Drehzahlen und universelle Anwendungen
Zylinderrollen → für hohe radiale Belastungen
Nadelrollen → sehr kompakt, hohe Tragfähigkeit bei wenig Bauraum
Kegelrollen → für kombinierte radiale und axiale Belastungen
Tonnenrollen (symmetrisch oder unsymmetrisch) → für hohe Lasten und Schiefstellungen
Die Form der Rollkörper bestimmt maßgeblich die Belastbarkeit und Einsatzbereiche des Lagers.
Kugellager verwenden Kugeln als Rollkörper. Sie laufen sehr leicht, eignen sich für hohe Drehzahlen und sind vielseitig einsetzbar.
Rollenlager nutzen Rollen (z. B. Zylinder-, Nadel-, Kegel- oder Tonnenrollen). Sie können höhere Lasten aufnehmen, sind jedoch meist für geringere Drehzahlen ausgelegt.
Wälzlager werden nach verschiedenen Merkmalen eingeteilt:
Radiallager: nehmen hauptsächlich radiale Kräfte auf (quer zur Welle).
Axiallager: nehmen hauptsächlich axiale Kräfte auf (entlang der Welle).
Kugellager
Rollenlager (Zylinder-, Nadel-, Kegel-, Tonnenrollen)
Lager, die axiale Verschiebungen erlauben
Lager, die Wellen in einer oder beiden Richtungen führen
Schwenk- oder Pendellager, die Schiefstellungen ausgleichen können
Die meisten Laufbahnen und Rollkörper bestehen aus gehärtetem Chromstahl oder Einsatzstahl.
Für spezielle Anwendungen kommen auch folgende Materialien zum Einsatz:
Edelstahl (korrosionsbeständig)
Kunststoffe
Keramik
Hochtemperatur- oder Sonderstähle
Käfige bestehen je nach Anwendung aus Stahl, Messing oder Kunststoff (z. B. glasfaserverstärktes Polyamid).
C3 bezeichnet eine größere Lagerluft als normal. Das Lager hat im unmontierten Zustand mehr Spiel zwischen den Wälzkörpern und Laufbahnen.
Dies ist wichtig bei:
höheren Temperaturen
Presssitzen
hohen Drehzahlen
Durch Wärmeausdehnung reduziert sich die Lagerluft im Betrieb. C3 verhindert, dass das Lager zu stramm läuft oder frühzeitig ausfällt.
Diese Nachsetzzeichen geben die Art der Abdichtung an:
ZZ / 2Z: Metallabdeckungen beidseitig – Schutz vor Staub, geringe Reibung, nicht wasserdicht.
2RS: Gummidichtungen beidseitig – sehr guter Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit, etwas höhere Reibung.
Für feuchte oder schmutzige Umgebungen empfiehlt sich meist 2RS.
Grundsätzlich ja, wenn die Abmessungen identisch sind.
Zu beachten:
2RS hat höhere Dichtwirkung, aber etwas mehr Reibung.
Maximale Drehzahl kann geringer sein.
Temperaturbereich kann variieren.
Im Zweifel sollte die Anwendung geprüft werden.
Um das passende Ersatzlager zu finden, müssen drei Maße korrekt bestimmt werden:
Innendurchmesser (d)
Außendurchmesser (D)
Breite (B)
Diese Maße werden in Millimetern angegeben und bestimmen eindeutig die Lagergröße.
1️⃣ Innendurchmesser messen (d)
Messe den Durchmesser der Bohrung im Lager.
Setze den Messschieber gerade an und miss an mehreren Stellen, um Messfehler zu vermeiden.
2️⃣ Außendurchmesser messen (D)
Messe den gesamten Außendurchmesser des Lagers von Kante zu Kante.
Achte darauf, nicht schräg zu messen.
3️⃣ Breite messen (B)
Messe die Breite des Lagers von einer Seitenfläche zur anderen.
👉 Beispiel:
20 × 47 × 14 mm
= 20 mm Innen-Ø, 47 mm Außen-Ø, 14 mm Breite
Messe immer in Millimetern.
Messe möglichst mehrfach, um Ungenauigkeiten auszuschließen.
Entferne Schmutz oder Fett vor dem Messen.
Bei beschädigten Lagern kann das Messergebnis verfälscht sein.
Beachte zusätzlich eventuelle Nachsetzzeichen (z. B. 2RS, ZZ, C3).
Wenn das alte Lager beschädigt, stark verschlissen oder unlesbar ist:
Prüfe, ob die Lagerbezeichnung noch auf dem Ring erkennbar ist.
Miss alternativ die Welle (für Innen-Ø) und die Gehäusebohrung (für Außen-Ø).
Kontaktiere im Zweifel den Kundenservice mit Foto und Maßen.
Am besten eignet sich ein Messschieber (Schieblehre) mit Millimeterskala oder digitaler Anzeige.
Ein Zollstock oder Lineal ist zu ungenau und kann zu Fehlbestellungen führen!
Oft ist die Lagerbezeichnung noch auf dem Innen- oder Außenring eingeprägt (z. B. 6203-2RS-C3).
Auch bei beschädigten Lagern lässt sich diese Kennzeichnung manchmal noch teilweise erkennen.
👉 Tipp:
Reinige das Lager vorsichtig oder verwende eine Taschenlampe, um die Beschriftung besser sichtbar zu machen.
Ist das Lager selbst nicht mehr messbar, kannst du die Einbaumaße indirekt bestimmen:
Wellendurchmesser → entspricht dem Innendurchmesser des Lagers
Gehäusebohrung → entspricht dem Außendurchmesser des Lagers
Einbaubreite im Gehäuse → entspricht der Lagerbreite
Am besten misst du mit einem Messschieber.
Wenn du unsicher bist:
Mache ein Foto des alten Lagers oder der Einbausituation.
Notiere die gemessenen Maße.
Sende diese Informationen an den Kundenservice – oft kann das passende Lager identifiziert werden.
✔ Achte darauf, ob das Lager abgedichtet (2RS, ZZ) war.
✔ Prüfe, ob besondere Merkmale vorhanden sind (z. B. Sicherungsring-Nut, Kegelbohrung).
✔ Berücksichtige die Anwendung (Drehzahl, Feuchtigkeit, Belastung).
❌ Verlasse dich nicht nur auf Schätzungen oder alte Bestellungen ohne Maßprüfung.
Die Schmierung reduziert Reibung und Verschleiß zwischen den Laufbahnen und Rollkörpern. Sie schützt vor Korrosion, verhindert Überhitzung und verlängert die Lebensdauer des Lagers erheblich.
Viele Wälzlager arbeiten im sogenannten Mischreibungsbereich. Das bedeutet, dass sich die Metallflächen nicht vollständig voneinander trennen. Eine geeignete Schmierung ist daher entscheidend, um Schäden zu vermeiden.
Für Wälzlager werden hauptsächlich drei Schmierstoffarten eingesetzt:
Am häufigsten eingesetzt
Gute Haftung im Lager
Wartungsarm
Geeignet für die meisten Anwendungen
Für sehr hohe Drehzahlen oder hohe Temperaturen
Bessere Wärmeabfuhr
Höherer Wartungsaufwand
Für Sonderanwendungen (z. B. extreme Temperaturen oder Vakuum)
In den meisten Webshop-Anwendungen ist Fettgeschmierung die richtige Wahl.
Viele Lager sind ab Werk bereits gefettet, insbesondere Lager mit Dichtungen (z. B. 2RS, ZZ). Diese Lager sind in der Regel ihr Leben lang wartungsfrei und müssen nicht nachgeschmiert werden.
Offene Lager ohne Dichtung benötigen hingegen eine externe Schmierung.
Die Auswahl des Schmierfetts hängt von mehreren Faktoren ab:
Drehzahl
Belastung
Temperatur
Feuchtigkeit / Verschmutzung
Grundölviskosität (Schmierfähigkeit bei Temperatur)
Konsistenzklasse (NLGI) – beschreibt die Festigkeit des Fetts
Verdickerart (z. B. Lithium, Calcium, Polyharnstoff)
Additive (z. B. Korrosionsschutz, EP-Zusätze)
Für normale Anwendungen sind Lithiumfette der Konsistenzklasse NLGI 2 weit verbreitet.
Faustregel:
Für Standardanwendungen eignet sich ein Lithiumfett NLGI 2.
Für hohe Drehzahlen → Hochgeschwindigkeitsfett.
Für hohe Lasten → EP-Fett.
Für Feuchtigkeit → wasserbeständiges Fett.
Bei hohen Drehzahlen sind Fette mit:
niedriger Grundölviskosität
geringer Reibung
guter Alterungsbeständigkeit
geeignet. Häufig werden synthetische Fette oder spezielle Hochgeschwindigkeitsfette eingesetzt.
Temperatur beeinflusst direkt die Viskosität und Alterung des Schmierstoffs:
Hohe Temperaturen → Fett altert schneller
Niedrige Temperaturen → Fett wird zäh und kann schlechter schmieren
Für extreme Temperaturen werden spezielle Hoch- oder Tieftemperaturfette eingesetzt.
❌ Zu wenig Fett:
Erhöhter Verschleiß
Überhitzung
Frühzeitiger Lagerschaden
❌ Zu viel Fett:
Erhöhte Reibung
Temperaturanstieg
Leistungsverlust
Das Lager sollte typischerweise nur zu ca. 30–50 % des freien Raumes mit Fett gefüllt sein (je nach Anwendung).
Die wichtigsten Umgebungsfaktoren sind:
🌡️ Temperatur
💧 Feuchtigkeit und Wasser
🌪️ Staub, Schmutz und Partikel
🧪 Chemische Einflüsse
⚡ Vibrationen und Stöße
Diese Faktoren beeinflussen Schmierung, Dichtungen, Material und Lagerluft. Eine falsche Auswahl kann zu vorzeitigem Verschleiß oder Ausfall führen.
🌪️ Staub, Schmutz und Partikel
🧪 Chemische Einflüsse
⚡ Vibrationen und Stöße
Diese Faktoren beeinflussen Schmierung, Dichtungen, Material und Lagerluft. Eine falsche Auswahl kann zu vorzeitigem Verschleiß oder Ausfall führen.
Bei Übertemperatur:
Altert das Schmierfett schneller
Die Schmierwirkung nimmt ab
Dichtungen können beschädigt werden
Die Lagerluft verändert sich durch Wärmeausdehnung
Das kann zu erhöhtem Verschleiß oder Lagerschäden führen.
Für niedrige Temperaturen eignen sich:
Lager mit Tieftemperaturfett
Offene oder metallabgedeckte Lager (ZZ), wenn keine Feuchtigkeit vorhanden ist
Materialien mit guter Kältebeständigkeit
Normales Fett kann bei Kälte verhärten und die Schmierung verschlechtern.
Kugellager sind grundsätzlich nicht vollständig wasserdicht.
Für feuchte oder nasse Umgebungen sollten Lager mit Gummidichtungen (2RS) oder aus Edelstahl verwendet werden.
Metallabdeckungen (ZZ) schützen nur vor Staub, nicht vor Wasser.
ZZ: Metallabdeckung – geringer Reibungswiderstand, Schutz nur gegen groben Staub.
Für Außenbereiche und feuchte Umgebungen ist meist 2RS die bessere Wahl.
Ja. Reinigungsmittel, Säuren, Lösungsmittel oder aggressive Öle können:
Dichtungen angreifen
Schmierstoffe zerstören
Korrosion verursachen
In solchen Fällen sind spezielle Materialien und chemikalienbeständige Schmierstoffe erforderlich.
Bei Vibrationen und Stößen sollten Lager gewählt werden mit:
Robuster Bauform
Passender Lagerluft (z. B. C3)
Hochwertiger Schmierung
Sicherer Befestigung und korrekter Passung
Starke Vibrationen können Laufbahnschäden verursachen.
Ja, wenn folgende Punkte berücksichtigt werden:
Korrosionsbeständige Ausführung
Gute Abdichtung (2RS)
Wasserbeständiges Fett
Schutz vor direkter Verschmutzung
Ungeeignete Lager rosten im Außenbereich sehr schnell.
Trocken und sauber lagern
Originalverpackung geschlossen halten
Vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen schützen
Erschütterungen vermeiden
Unsachgemäße Lagerung kann Korrosion oder Fettschäden verursachen.